Auszeichnung mit der Niedersächsischen Landesmedaille

Am Montag, 18. Mai 2026, hat Ministerpräsident Olaf Lies dem Europaabgeordneten Bernd Lange die Niedersächsische Landesmedaille verliehen. Die Auszeichnung gilt als höchste Ehrung des Landes.

Dazu Bernd Lange, niedersächsischer SPD-Europaabgeordneter und Vorsitzender des Handelsausschusses des Europäischen Parlaments:

„Die Auszeichnung mit der Niedersächsischen Landesmedaille durch Ministerpräsident Olaf Lies ist für mich eine sehr große Ehre. Zugleich ist sie Ansporn, mich weiterhin mit vollem Einsatz und Herzblut im Europäischen Parlament und in der Europäischen Union für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen in Niedersachsen und Europa einzusetzen.

Niedersachsen hat mich politisch geprägt. Hier habe ich erlebt, worauf es in einer demokratischen Gesellschaft ankommt: Im Interesse der Menschen, der Beschäftigten und der wirtschaftlichen Entwicklung müssen tragfähige Kompromisse entwickelt werden. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern das Kernelement demokratischer Politik.

Gerade in Niedersachsen wird dieser soziale Dialog seit Jahrzehnten gelebt. Ob VCI und IGBCE, Metall-Arbeitgeber und IG Metall oder die vielen betrieblichen Interessenvertretungen: Hier wird praktiziert, wie wirtschaftliche Stärke, gute Arbeit und gesellschaftlicher Zusammenhalt zusammengehen können. Diesen niedersächsischen Ansatz habe ich immer auch nach Europa getragen.

Ich verstehe mich als niedersächsischer Abgeordneter mit einem klaren Blick auf die konkreten Interessen unseres Landes: auf die Automobilindustrie, die Chemieindustrie, die Landwirtschaft, die Häfen, die Küste und die vielen mittelständischen Unternehmen. Europäische Politik ist dann gut, wenn sie vor Ort ankommt. Deshalb geht es in meiner Arbeit um Beihilferegeln für bezahlbare Energie genauso wie um LEADER-Projekte im ländlichen Raum, um vernünftige Regeln zur Verwertung alter Fahrzeuge, um die Interessen der Krabbenfischer oder um die Verteidigung des VW-Gesetzes.

Für Niedersachsen und für die Europäische Union zeigt sich heute sehr deutlich: Die Welt hat sich grundlegend verändert. Die früher vergleichsweise stabile regelbasierte Zusammenarbeit wird zunehmend brüchig. Umso mehr kommt es darauf an, die eigene Kraft zu nutzen, industrielle Stärke zu sichern und europäische Souveränität aufzubauen. Das gilt für Projekte wie das Net-Zero-Valley ebenso wie für Batterierecycling im Harz oder den Aufbau neuer Wertschöpfungsketten in Europa.

Als langjähriger Vorsitzender des Handelsausschusses im Europäischen Parlament setze ich mich dafür ein, Regeln für ein faires, partnerschaftliches und nachhaltiges Miteinander zu erarbeiten und auf den Weg zu bringen: für Niedersachsen, für die Europäische Union und auf globaler Ebene.

Zur Souveränität nach außen gehört ein starkes Netzwerk verlässlicher Partnerschaften. Handelsabkommen mit Partnern wie Vietnam, Südkorea, Japan oder den Mercosur-Staaten eröffnen auch für Niedersachsen neue Chancen. Weitere Abkommen mit Indonesien, Australien, Thailand und den Philippinen stehen vor der Tür. Entscheidend ist dabei: Fairer Handel bedeutet Partnerschaft auf Augenhöhe. Arbeitnehmerrechte, Umweltstandards und das Pariser Klimaabkommen müssen verbindlich abgesichert sein.

Gleichzeitig müssen wir gegenüber denen, die unfair spielen oder willkürlich handeln, klare Kante zeigen. Europäische Souveränität heißt, die eigenen Interessen entschlossen zu verteidigen, ohne unnötig zu eskalieren. Wir brauchen klare Regeln, Verlässlichkeit und Partnerschaft – aber eben auch die Fähigkeit, uns gegen Druck und Willkür zu behaupten.“