Der Aufsichtsrat von Volkswagen hat bereits am Donnerstagabend dem Zukunftsplan 2030 des Vorstandes einstimmig zugestimmt. Der Zukunftsplan 2030 soll die Voraussetzungen schaffen, um die Volkswagen Group und ihre Marken leistungsfähiger, wettbewerbsstärker und zukunftsorientierter aufzustellen.

Dazu der niedersächsische SPD-Europaabgeordnete und Vorsitzende des Handelsausschusses im Europäischen Parlament Bernd Lange:

„Die Einigung im Aufsichtsrat von Volkswagen ist ein richtiges Signal in einer schwierigen Lage. Gesunkene Nachfrage in Europa, unfair subventionierte Exporte aus China, die Willkürzollpolitik der US-Regierung und unternehmerische Entscheidungen haben den Konzern unter erheblichen Druck gesetzt. Umso wichtiger ist, dass nun Lösungen gefunden wurden, die gemeinsam getragen werden können. 

Der Worst Case konnte abgewendet werden. Gut, dass alle Beteiligten zur Vernunft gekommen sind und erkannt haben, dass es nur gemeinsam geht. Gut, dass auch die Drohkulissen jetzt vom Tisch sind. Alle ziehen an einem Strang, alle haben ihren Beitrag geleistet. Die schwierige Lage lässt sich nicht wegreden. Entscheidend ist deshalb, dass die Probleme klar benannt werden und gemeinsam darauf reagiert wird.

Für Niedersachsen ist die weitere Entwicklung von Volkswagen von besonderer Bedeutung. Die Einigung hält für die Standorte Hannover und Emden den Weg offen, Lösungen zu finden.

Jetzt kommt es darauf an, auch die politischen Rahmenbedingungen konsequent zu verbessern. Auf europäischer Ebene müssen wir die industrielle Wertschöpfung stärken und dafür sorgen, dass Unternehmen wie Volkswagen wieder mehr Planungssicherheit und bessere Investitionsbedingungen bekommen.

Mit den USA müssen die Gespräche weitergehen. Es geht darum, bessere Bedingungen für europäische Exporte zu erreichen und gleichzeitig das Klima für Investitionen in die Volkswagen-Werke in den USA zu verbessern. Gegen die Willkürzollpolitik braucht Europa einen klaren Kurs.

Auch gegenüber China gilt, dass wir klare Kante gegen unfair subventionierte Fahrzeuge und unlautere Handelspraktiken zeigen. Gleichzeitig müssen wir besonnen und evidenzbasiert handeln. Unser Ziel bleibt, den Zugang zum chinesischen Markt zu sichern und lokale Produktion zu ermöglichen. Die laufenden Gespräche mit China sind deshalb entscheidend. Im Oktober werde ich mit dem Handelsausschuss nach China reisen und mich dort für belastbare und faire Rahmenbedingungen einsetzen.

Gleichzeitig braucht Volkswagen neue Märkte. Die Handelsbeziehungen mit den Mercosur-Staaten, Indonesien und Indien eröffnen dafür zusätzliche Chancen. Gerade in Zeiten wachsender handelspolitischer Spannungen müssen wir neue verlässliche Partnerschaften aufbauen und unsere Absatzmärkte breiter aufstellen.

Darüber hinaus brauchen wir eine aktive europäische Industriepolitik. Wir müssen Wertschöpfung in Europa halten, Innovation beschleunigen und neue Technologien schneller in den Markt bringen. Das gilt besonders für Zukunftsfelder wie das autonome Fahren. Europa darf hier nicht hinterherfahren, sondern muss selbst den Kurs bestimmen.“

NEU: Aus Liebe zu Europa: Gemeinsam vor Ort und in der EU für uns in Niedersachsen