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Sam Nzima_Juni 2011
Sam Nzima bei der Ausstellungseröffnung im Foyer der Volkshochschule Hannover

17. Juni 2011: Ein Foto geht um die Welt und der Auftrag zur Toleranz

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Ausstellungseröffnung Südafrikanischer Fotografie in Hannover

„Am 16. Juni nehme ich jedes Jahr an den Feierlichkeiten zum „Tag der Jugend“ in Südafrika teil“, begrüßt Sam Nzima die Gäste der Ausstellungseröffnung „Südafrikanische Fotografie“. „Aber in diesem Jahr habe ich gesagt: Dieses Mal muss ich nach Deutschland.“ Der 16. Juni ist ein südafrikanischer Feiertag, der an den Aufstand der Schülerinnen und Schüler vor 35 Jahren erinnert, der am 16. Juni 1976 in Soweto begann.

Es war ein ungleicher Kampf gegen die rassistische Bildungspolitik zwischen bewaffneten weißen Polizisten und schwarzen Schülerinnen und Schülern. Die Fotos, die Sam Nzima von dem sterbenden Hector Pieterson macht, gingen damals um die Welt.
Wegen der Macht der Bilder wurden sie vom Apartheidregime Südafrikas bereits am nächsten Tag verboten.
Auf Einladung von Bernd Lange waren der ehemalige Fotograf Sam Nzima (geb. 1934), der Widerstandskämpfer Denis Goldberg (geb. 1933) und der Fotograf Cedric Nunn (geb. 1957) nach Brüssel und Hannover gekommen. Am 15. Juni eröffneten sie gemeinsam die Fotoausstellung „Südafrikanische Fotografie 1950-2010“ in Brüssel und am 16. Juni in Hannover. Die Ausstellung unterteilt in Apartheid (1950-1976), Widerstand (1976-1994) und Freiheit (1994-2010) zeigen Einblicke soziale, kulturelle und politische Aspekte der Situation in Südafrika.

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Vor der Eröffnung: Empfang im Rathaus durch Bürgermeister Bernd Strauch Von links nach rechts: Bernd Lange, Sam Nzima, Denis Goldberg, Cedric Nunn, Exzellenz Stofile

Die weltbekannten Fotos sieht Denis Goldberg erst nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis. Als einziger weißer Südafrikaner und Weggefährte von Nelson Mandela wird er im Rivonia-Prozess 1964 zu vier Mal lebenslänglich verurteilt. Nach 22 Jahren kommt er frei. Anschließend leitete er viele Jahre das ANC-Büro in London und lebt heute wieder in Südafrika. Für ihn gilt nach wie vor die Maxime „Intoleranz ist absolut inakzeptabel“. 2010 hat er seine Biografie „Der Auftrag“ veröffentlicht und war seitdem viele Male in Deutschland, um daraus zu lesen. Der Auftrag sich für Menschenrechte einzusetzen, ist immer noch sein Auftrag, denn Südafrika hat auch heute viele Probleme. 1995 gründete Goldberg Community HEART, die sich in einer Vielzahl von Projekten vor allen für Kinder in Südafrika einsetzt. Ziel ist es die Entwicklung der südafrikanischen Gesellschaft im Hinblick auf die Aufhebung der Folgen der jahrzehntelangen Benachteiligung der Schwarzen Bevölkerung zu verändern – vor allen Dingen durch Projekte in Bereich Bildung, HIV/AIDS und Gesundheitsvorsorge.
Der Fotograf Cedric Nunn stellt seine Fotos unter den Leitsatz: „Ich verpflichte mich durch meine Fotografien ein positives Vermächtnis für gesellschaftliche Veränderungen für die Kinder Südafrikas zu schaffen.“ (Im Original: “I am committed through my photographs to contributing to societal change that will leave a positive legacy for the children of Africa.”)
Der Botschafter der Republik Südafrika S.E. Rev. Stofile eröffnete die Veranstaltung offiziell und warb für eine weiterhin enge Zusammenarbeit zwischen Südafrika und Niedersachsen.
Mehr als 130 Gäste aus Politik, gewerkschaftlichen, kirchlichen, kulturellen Organisationen und Zusammenhängen nahmen an der Ausstellungseröffnung der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Volkshochschule Hannover teil und nutzten die Gelegenheit für persönliche Gespräche. Bereitwillig signierten die südafrikanischen Gäste Bücher, Bildbände und Plakate.
Für Bernd Lange, Mitglied in der Delegation für die Beziehungen der EU zu Südafrika der Beginn einer wunderbaren Freundschaft: Im nächsten Jahr wird der ANC 100 Jahre alt. Ein guter Zeitpunkt jetzt den Grundstein für einen engeren Austausch zu legen.

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Publikum 2011_06_16
Das Foyer der Volkshochschule Hannover am Abend der Ausstellungseröffnung.

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