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9. November 2008: Ortsverein Burgdorf will den Sozialdemokraten Jürgen Rodehorst würdigen

Am 8. November 1918 wurde nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg und dem Zusammenbruch des Kaiserreiches der erste Schritt in Richtung einer demokratischen Ordnung gemacht. Vorsitzender war der Sozialdemokrat Jürgen Rodehorst, der sich mit seinen Mitstreitern Problemen wie Lebensmittelknappheit, Kriegsheimkehrern und Wohnungsnot widmete. Um Rodehorsts Verdienste zu würdigen, hat der SPD-Ortsverein Burgdorf in einem Brief an Bürgermeister Alfred Baxmann angeregt, eine Straße oder einen Platz nach ihm zu benennen oder an seinem einstigen Haus an der Wallgartenstraße 11 eine Gedenktafel anzubringen. „So könnte ihm ein Andenken gewahrt werden“, sagt der Vorsitzende Bernd Lange.
Der Arbeiter- und Soldatenrat organisierte im Februar 1919 die ersten Gemeindewahlen mit dem allgemeinen, freien und geheimen Wahlrecht. Bis dahin galt das Drei-Klassen-Wahlrecht je nach Vermögen – und auch nur für Männer. Rodehorst wurde 1870 in Siddernhausen im Kreis Celle geboren. 1893 zog er nach Burgdorf und war jahrelang für das Sägewerk Klauke im Beerbusch tätig. 1898 trat der Arbeiter in die SPD ein und war 1905 Mitbegründer des Burgdorfer SPD-Ortsvereins. Zudem war er Mitbegründer der Liedertafel, Mitglied im Arbeitersängerbund und des Konsumvereins. 1919 bis 1924 war Rodehorst Bürgervorsteher, vergleichbar mit einem Ratsvorsitzenden. Während des Dritten Reiches war der Sozialdemokrat vielen Schikanen ausgesetzt: So wurde er etwa bei der Gestapo angezeigt, weil er den Hitlergruß verweigerte. Er starb 1970 im Alter von 99 Jahren und ist auf dem Friedhof an der Uetzer Straße beigesetzt. „Er war ein beeindruckender alter Mann“, sagt Rudolf Bembenneck, Pastor im Ruhestand. „Es war meine erste Beerdigung als junger Pastor.“ Aus: Anzeiger für Burgdorf , Text von Oliver Kühn

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