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Bernd Lange im Europaparlament Foto: European Parliament 2019

31. Januar 2020: Brexit Day - „Jetzt fängt die Arbeit erst an“

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Den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union und die kommenden Verhandlungen über ein Handelsabkommen kommentieren Jens Geier MdEP und Bernd Lange MdEP:

Bernd Lange, Handelsausschussvorsitzender und Mitglied der EU-UK-Koordinierungsgruppe:

"Mit dem Brexit fängt unsere Arbeit erst an. Jetzt muss die EU sich auf ihre künftigen Beziehungen zum Vereinigten Königreich konzentrieren. Kein Handelsabkommen kann jemals die Mitgliedschaft in der Union und ihrem Binnenmarkt ersetzen. Aber ein ehrgeiziges Abkommen könnte einen fairen gegenseitigen Zugang zu den Märkten der EU und des Vereinigten Königreichs sicherstellen.“

„Ob ein solches Abkommen möglich ist, wird sehr stark davon abhängen, inwieweit die britische Regierung bereit ist, auf Augenhöhe mitzuspielen - und sich an die EU-Regeln in wichtigen Bereichen zu halten oder anzupassen. Dabei geht es um Sozial- und Umweltstandards ebenso wie Steuer- und Wettbewerbspolitik. Wie bei jedem Handelsabkommen muss die Qualität über die Geschwindigkeit siegen."

Jens Geier, Vorsitzender der SPD-Europaabgeordneten:

„Ein harter, ungeordneter Brexit droht noch immer. Die Verhandlungen stehen unter massivem Zeitdruck. Es ist äußerst ambitioniert, bis zum 1. Januar des kommenden Jahres ein umfassendes Abkommen auszuhandeln. Boris Johnson aber hat eine Verlängerung bereits ausgeschlossen. Einigungen sind zusätzlich schwierig, solange die Tories von einem deregulierten Brexit-Wonderland plus schrankenlosem EU-Marktzugang fantasieren. Diese britische Regierung will den Kuchen behalten und essen: Wenn die Briten den Vereinbarungen in einem EU-Handelsabkommen zustimmen, die sie binden, können sie das Vereinigte Königreich schwieriger in ein Singapur in der Nordsee verwandeln.“

„Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten bedauern den Brexit sehr, der nur Verlierer produziert. Am meisten wird er den Menschen und der Wirtschaft auf den britischen Inseln schaden. Großbritannien und die Europäische Union sollten künftig so eng wie möglich kooperieren, um weiteren Schaden zu vermeiden.“


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