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17. Januar 2013: Fabrikbrände in Bangladesch und Pakistan - Hoher Preis für Billigklamotten

Europäisches Parlament fordert Konsequenzen aus Fabrikbränden in Bangladesch und Pakistan

Nach mehreren verheerenden Bränden in Textilfabriken im Süden Asiens, denen zuletzt im November letzten Jahres bei einem Brand in der Tazreen Fabrik in Bangladesch 112 Textilfabrikarbeiterinnen und -arbeiter zum Opfer fielen, hat das Europäische Parlament heute in Straßburg auch europäische Unternehmen und Verbraucher dazu aufgefordert, Konsequenzen zu ziehen.

Bernd Lange, handelspolitischer Sprecher der europäischen Sozialdemokraten, ist besorgt: „Jeden Tag könnte sich erneut eine Katastrophe ereignen. Fehlender Brandschutz, miserable Entlohnung und Überstunden stehen in vielen Textilfabriken in Bangladesch auf der Tagesordnung. Dennoch stehen nicht nur die Behörden in Bangladesch in der Verantwortung, sondern auch die Auftraggeber und die Politik hierzulande. Gewinnmaximierung durch die Gefährdung von Menschenleben darf es nicht geben."

Etwa 5.000 Textilfabriken beschäftigen allein in Bangladesch über drei Millionen Arbeiter. Gleichzeitig ist das Land der weltweit zweitgrößte Exporteur von Textilprodukten, hauptsächlich nach Europa und in die USA.

Bernd Lange, MdEP aus Niedersachsen, betont daher die besondere Verantwortung der EU: "Europäische Unternehmen und Verbraucher müssen Verantwortung übernehmen für die Produkte, die in Drittländern hergestellt werden. Baumwolle darf nicht mit Kinderarbeit in Usbekistan geerntet werden, dann in Bangladesch oder Pakistan unter unmenschlichen Bedingungen zu Kleidung weiterverarbeitet werden, und schließlich zu kleinen Preisen aber mit großem Profit für Markenhersteller und Discounter in der EU über die Ladentheke gehen. Arbeiterinnen und Arbeiter in den produzierenden Ländern zahlen einen hohen Preis für Billigklamotten in Europa.“

Die SPD-Abgeordneten verlangen deshalb von der EU-Kommission, europäische Unternehmen zu verpflichten, regelmäßig über ihre Aktivitäten im Bereich der sozialen Verantwortung Bericht zu erstatten. "Die Transparenzanforderungen, die es für die wirtschaftliche Tätigkeit von Unternehmen schon lange gibt, müssen endlich auch für Arbeits- und Sozialstandards eingeführt werden. Hier sollte sich die gesamte europäische Industrie kooperativ zeigen und den Wettlauf um die billigsten Standorte endlich beenden", fordert der Handelsexperte.

Gleichzeitig riefen die Abgeordneten Bangladesch und Pakistan dazu auf, die Umsetzung internationaler Arbeitsstandards zu gewährleisten. Gesundheits- und Sicherheitsbestimmungen für Beschäftigte, egal in welchem Land sie arbeiten, müssen garantiert werden. Arbeitnehmervertretungen, vor allem unabhängige Gewerkschaften, vor Ort müssen gestärkt werden. Die Einhaltung von Sicherheits- sowie Gesundheitsvorschriften kontrolliert werden.

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