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2. Februar 2011: Rohstoffsicherheit mit fairen Mitteln sichern

Europäische Kommission veröffentlicht Mitteilung zur Rohstoffsicherheit

Die Europäische Kommission hat heute in Brüssel ihren Bericht zur Rohstoffsicherheit in der EU vorgelegt. Grund für die Initiative der EU-Kommission ist die weltweit steigende Nachfrage nach schrumpfenden Rohstoffreserven. "Die EU braucht Rohstoffe als Basis für eine zukunftsfähige Industrie mit Wachstum, Innovation und qualifizierten Arbeitsplätzen", begrüßt Bernd Lange, Berichterstatter für Industriepolitik im EP,
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grundsätzlich den Ansatz der Europäischen Kommission.

In ihrer Mitteilung baut die EU-Kommission auf ihrer bisherigen Rohstoffstrategie aus dem Jahr 2008 auf. So soll unter anderem der Zugang der EU zu Rohstoffen auf dem Weltmarkt verbessert werden. Hier jedoch warnt Lange, Mitglied im Handelsausschuss des Europäischen Parlaments: "Die EU muss aufpassen, dass der Zugang zu weltweiten Rohstoffen nicht zu einem Rückfall in den Rohstoffkolonialismus führt. Wenn die EU in ihrer Mitteilung in Punkto internationaler Rohstoffhandel von einer Win-Win-Situation für beide Handelspartner spricht, dann müssen Handelsverträge fair sein und für rohstoffreiche Länder damit auch tatsächliche Entwicklungsperspektiven verbunden sein." Bernd Lange ermahnt die Europäische Kommission und die konservativ-liberalen Kräfte im Europäischen Parlament deshalb, die wirtschaftliche Überlegenheit der EU nicht dafür zu nutzen, Druck auf Länder in Afrika und Lateinamerika auszuüben. "Die Zeiten der Kanonenbootpolitik sind vorbei", stellt er klar.

Für Lange sind die Erschließung von Rohstoffen in Europa und der schonende Umgang mit Rohstoffen von größerer Bedeutung. "Wir müssen ein europäisches Geodatensystem errichten und unsere eigenen Ressourcen nutzen", erklärt Bernd Lange. Die größten noch ungenutzten Chancen sieht er jedoch beim Recycling. "In jedem Handy steckt die seltene Erde Tantal. Wenn noch nicht mal ein Prozent der ausrangierten Handys wiederverwertet wird, dann ist das verantwortungslos. Hier müssen die Hersteller stärker in die Verantwortung genommen werden", fordert Lange, auch mit Hinweis auf die morgige Abstimmung im Europäischen Parlament über die Neufassung der Richtlinie zu Elektro- und Elektronikaltgeräten (WEEE).

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